Presseartikel
Tommy Engel:
Seit sechs Jahrzehnten auf der Bühne
Konzert: Rund 700 Fans lauschen Kölner Sänger und Komponist in Remagener Rheinhalle
Remagen. Es gibt Engel, die brauchen keine Flügel um zu verzaubern. Trotz seiner 62 Jahre immer noch „joot drop“ ist ohne Frage Tommy Engel. Allzu gerne verzaubern ließen sich die rund 700 Fans des Kölner Sängers und Komponisten bei dessen Gastspiel in der Remagener Rheinhalle. „Ich kenne die Räumlichkeiten von meinem letzten Auftritt 2008. Keine besonders gute Akustik, aber dafür ist das Publikum umso besser“, brachte Engel seine Gäste gleich zu Beginn seiner gut zweistündigen musikalischen Zeitreise auf seine Seite. Eben jene durften sich übrigens vor Beginn des Abends und auch in der Pause von den zwölf Vertretern des „Remagener Wirtestammtisches“ im Foyer der Rheinhalle mit kleinen kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnen lassen. Es war eine Idee zur Kombination von Kultur und Kulinarischem., die sich bei der mittlerweile dritten Auflage als ausgereift, durchdacht und besucherfreundlich erwies: Es gab keine langen Wartezeiten, eine ausgewogene Angebotspalette und ein akzeptables Preis-Leistungs-Verhältnis. Reduziert bis auf ein Minimum zeigte sich sowohl das Bühnenbild – sechs Portraits von Tommy Engel in Anlehnung an sechs Jahrzehnte Bühnenpräsenz – als auch die Band, mit der Thomas Richard Engel sein aktuelles Programm „Dummer nit esu“ präsentierte. Und die Aufforderung „Tun wir nicht so“ griff der ehemalige Frontmann der „Bläck Fööss“ dann auch immer wieder auf. Er erinnerte mit den Stücken „Minge Vatter“, oder „Meiers Kättche“ an Werte wie Achtung, Rücksicht, Toleranz, Familie und Freunde, wusste mit „Für et Hätz und jäjen d´r Kopp“ aber auch die Suche nach dem Zauberwort für alle Probleme dieser Welt in Worte und Rhythmus zu fassen. Das Stück „Dat kleine Jlöck“ durfte fast schon als philosophischer Kompass verstanden werden: „Auf der Suche nach dem großen Glück übersehen wir die vielen kleinen Glücksmomente“. Überhaupt zeigte sich Tommy Engel nachdenklich, aber auch offen und ehrlich. „Es gibt eine ganze Reihe Stücke, die ich über Jahre nicht mehr singen konnte und wollte. Die standen mir bis zum Hals. Aber dann, mit ein wenig Abstand, lernt man auch diese Stücke neu zu betrachten, probiert sie einmal aus und findet plötzlich wieder Gefallen daran“, gestand Engel den hörbar erfreuten Fans. Denn die wiederum wurden daraufhin mit Liedern von den „Fööss“ wie „En unserem Veedel“ und „Katrin“ oder auch dem „Saunaboy“, samt rotem Plüschbademantel und roter Amüsierbetriebsbeleuchtung präsentiert, sowei der sympathisch-freundlich verkleideten Aufforderung „Leck ens am Arsch“ aus der Zusammenarbeit mit der Formation „LSE“ belohnt. Tommy Engel schafft den Spagat zwischen ruhigen und rockigen Tönen; will unterhalten aber auch ermahnen und schafft es immer wieder, die Fans zu überraschen. So wie mit der letzten Nummer des Abends, der Zugabe „Niemals geht man so ganz“. Tommy Engel (Vorne rechts) will unterhalten – aber auch ermahnen. Er schaffte es auch in Remagen, seine 700 Gäste zu überraschen.
Von unserem Mitarbeiter Andreas Wetzlar / Foto: Vollrath
Kölner Stadt-Anzeiger 18.10.2011
Engel mit Zeug zum Heldentenor
Konzert: Ehemaliger Frontman der Bläck Fööss hatte im Bergischen Löwen ein Heimspiel
Bergisch Gladbach. Bereits als das Licht erlosch, fingen die Zuschauer im ausverkauften Bergischen Löwen an zu klatschen. Als kurz darauf Tommy Engel die Bühne betrat, empfing ihn donnernder Applaus. Keine Frage, das Konzert des ehemaligen Frontmanns der Bläck Fööss war ein Heimspiel. Spätestens nach seinem Bekenntnis: „Ich finde es herrlich, hier zu sein“, hatte er das Publikum fest im Griff. Mit seinem musikalischen Geständnis „Ich ben keine Engel, ich heiße nur su“ eröffnete er den launigen Abend. Mit einem kurzen Verzällcher über Hans Hachenberg alias „De Doof Nuss“, den er im Publikum vermisste, und den Gesundheitszustand von Pianospieler und langjährigem musikalischem Partner Jürgen Fritz („der hat die falschen Sachen angehabt“), leitete er zu „Dummer nit esu“ über. „Dat ist für die Leute gemacht, die nach Kölle kommen und dort ihr Geld lassen“, erklärte Engel, „die mit GL, aber auch SU und BM auf dem Kennzeichen.“ Zu fast allen Liedern erzählte Engel eine persönliche Geschichte. Doch manche Stücke brauchen keine Worte. Als Engel mit einem Bademantel auf die Bühne kam, war das Gejohle groß. Und wurde bisher noch zaghaft mitgeklatscht und leide mitgesummt, sang das Publikum den „Saunaboy“ lauthals und gut gelaunt mit. Immer war Engel in Bewegung. Die Luftgitarre war dabei sein bevorzugtes Instrument. Als Schlagzeuger habe er gelernt, seine Extremitäten unabhängig voneinander zu bewegen, erklärte er. Untermalt von einem stampfenden Rhythmus, erzählte er von seiner Begegnung mit afrikanischen Musikern und dass er dort an seine Grenzen gestoßen sei. „Hier wird der ganze Text getanzt“, sagte Engel, der eine slapstickartige Kostprobe davon gab. Das „Drink doch eine met“ mit afrikanischem Grundrhythmus garniert mit einer Zulu-Tanzeinlage mit ausholendem Hüftschwung war jedenfalls sehenswert. Dass Engel das Zeug zu einem Heldentenor hat, bewies er, als er mit einem wallenden Umhang die Bühne betrat. Er sang davon, dass alles ohne Rechnung ging und so wurde aus Elvis Presleys Song „In the Ghetto“ bei Engel „Alles netto“. „Leck ens am Arsch“ könne wie eine Liebeserklärung sein, versicherte Engel. „Das Mitsingen hat befreiende Wirkung“, ermutigte er das Publikum. Ein Gänsehautgefühl und frenetischen Applaus gab es für Trude Herrs „Ming Stadt“. „Es gibt Lieder, die werden einfach zu Volksliedern, die nehmen sich die Menschen einfach““, sagte Engel, und das, obwohl sie im Grunde genommen nur aus drei Akkorden bestünden. Die Rede war vom Veedelslied, bei dem einzelne Zuschauerreihen anfingen zu schunkeln. Bei „Du bes Kölle“ gingen zahlreiche Hände in die Höhe. Als Zugabe gab es „den Spitzenreiter der Melaten-Charts“. Engel erklärte, dass dieses Lied von Jürgen Fritz das meistgespielte auf Beerdigungen sei: „Niemals geht man so ganz“.
Brachte Stimmung in den Bergischen Löwen: Tommy Engel.
Von Elke Landschoof / Bild: Diethelm Nonnenbroich
Kölnische Rundschau 17.10.2011
Wenn sich „Brühl“ auf „Gefühl“ reimt
Ex-Bläck-Fööss Tommy Engel begeisterte mit Band im ausverkauften Löwen
Bergisch Gladbach. Bläck Fööss ohne Tommy Engel, das war einst so undenkbar wie Rolling Stones ohne Mick Jagger. Seit 1994 ist das Undenkbare aber raue Wirklichkeit. Während die Füße ohne den einstigen Frontmann mit dem Mehr-schlecht-als recht-Ersatz Kafi Biermann seitdem wieder zu einer eher regionalen Berühmtheit geschrumpft sind, ist Tommy Engel zumindest musikalisch ein deutliches Stück gewachsen. Diese Entwicklung unterstreicht auch das aktuelle Konzert in dem mit rund 600 Besuchern ausverkauften Löwen. Mit verantwortlich für diese Entwicklung ist sicher auch sein musikalischer Leiter an den Tasten: Jürgen Fritz stürmte einst mit dem Prog-Rock-Trio Triumvirat die internationalen und als Produzent des musikalischen Öko-Projektes Gänsehaut („Karl der Käfer“) die nationalen Hitparaden. Fritz ist in der Band von Tommy Engel für den Löwenanteil der Kompositionen verantwortlich, die sich zumeist am Mainstream-Rock US-amerikanischer Prägung orientieren. Zudem brilliert Fritz, der bereits in den frühen 70er Jahren Synthesizerungetüme wie Mini-Moog und Yamaha CS80 beherrschte, an Piano, Orgel und Multikeyboard. Mit seinem wallenden Haupthaar erinnert der Tastenhexer optisch an berühmte Klavierkollegen wie Leon Russell und Rick Wakeman. Mit Bassist Hans Bäär (Hölderlin) steht zudem ein weiterer Deutsch-Rock-Veteran auf der Bühne. Im Zentrum des Geschehens steht aber eindeutig der stämmige Frontman, der das Publikum sofort im Griff hat. Der Mann weiß sich zu inszenieren, lässt erst die Band vorspielen, um dann beim Erscheinen einen satten Extra-Applaus zu kassieren. Musikalisch streift Engel erwartungsgemäß Vergangenheit und Gegenwart. Aus dem aktuellen Album „Dummer nit esu“ singt der geborene Entertainer zunächst einen der drei Songs, die er selbst getextet hat. „Hypochonder“ dreht sich um genanntes „Krankheitsbild“ und bietet textlich keine Überraschungen. Der Titelsong des Albums ist eine Hommage an all die Leute, die von außerhalb nach Köln kommen, um hier ihr Geld auszugeben. Da reimt sich dann Gefühl dem Lokalkolorit entsprechend auf „Bergheim und Brühl“. Solche kölsche Pseudtolerenz wirkt immer etwas bemüht, ist aber musikalisch dank der ausgezeichneten Band durchweg unterhaltsam. Bei der „Vergangenheitsbewältigung“ denkt der einseitige Schlagzeuger wohl lieber an das Kurzzeit-Projekt L.S.E. zurück als an die (zu)lange Zeit mit den „Fabllous Füßen“. Aus dem überraschend erfolgreichen Projekt mit Rolf Lammers und Arno Steffen präsentiert Engel unter anderem „Ruhm kennt keine Gnade“. Seine enorme Stimmgewalt beweist der „kölsche Pavarotti“ dann mit dem Kaczmarek-Medley, bei dem er Klassiker wie „In the Ghetto“ oder „Music“ („Schruuve ist ming Leeve“) bedarfsgerecht eingekölscht. Zwischen den Songs plaudert der „Mann mit Buchjeföhl“ zumeist über die jeweilige Entstehungsgeschichte der Songs. Dabei wirkt Tommy Engel überraschender Weise eher schüchtern als amüsant. Egal, das enthusiastische Publikum frisst ihm sowieso aus der Hand. Ein musikalischer Vollblutprofi ist Tommy Engel. Auch als Solo-Künstler hat er seine Fangemeinde.
Von Bernd F. Hoffmann / Foto: Luhr
Kölnische Rundschau 18.04.2011
Mann in Frack und Blue-Jeans
Tommy Engel begeisterte im ausverkauften Medio Rhein-Erft mit neuen und alten Ohrwürmern
Bergheim. Tommy Engel war in Gedanken noch ganz beim Vorgänger Joseph Shabalala und dessen südafrikanischen Chor „Ladysmith Black Mambazo“, denen er einst noch als „Bläck Fööss“ auf Domplatte und Roncalli Platz im gemeinsamen Konzert begegnete. Der füllige Mann, nach dessen eigenem Bekunden aus dem großen Bauch nicht nur große Gefühle sondern auch noch „Musik rauskütt“, hatte zum gefälligen Rhythmus in der Tradition „Black Mamazos“ zunächst ein paar Worte auf Zulu ausprobiert, die sich verdächtig nach „kule Mann“ anhörten, und begann einige der südafrikanischen Tanzschritte mit weit ausladenden Kniebewegungen. Vielleicht zu weit ausladend. Als die Naht der schwarzen Hose riss, die zugegeben eng anlag, und einen blassen rechten Oberschenkel zeigte, lachten zuerst die Zuhörer. Dann war es Engel selbst, der dem Publikum zunächst den Rücken zudrehte, um die Reichweite des Malheurs zu untersuchen, als nächstes seinen Fans eine Nase drehte und lachte: „Da widd et kalt. Stürt üch dat, mich net!“ Für die Band rund um Jürgen Fritz am Klavier war es allemal kein Grund, den einmal begonnenen Rhythmus zu unterbrechen, den Engel mit „hula-hula“-Rufen und Zungenklackern zum „Drink doch ene met“ nach südafrikanischer Art fortführte. Zwischendurch noch ein Kommentar über die Hose: „Dat kann ene jeck mache.“ „War das tatsächlich echt?“, sei er in der Pause gefragt worden, eröffnete er den Zuschauern nach der Unterbrechung. „Nee, das war nicht echt“, schüttelte er den Kopf. Er war allerdings in Blue-Jeans auf die Bühne zurückgekommen, die jetzt nicht recht zum schwarzen Frack passen wollten, in dem er zum Auftakt des zweiten Teils mit einem „Tässchen Doornkaat“ mit bemerkenswerter Stimmleistung à la Pavarotti einen Ausflug hin zur italienischen Oper und zu rheinischer Klassik, nämlich Beethovens Fünfter wagte, einen rockenden „Roll over Beethoven“ eingeschlossen. Schon vorher hatten rund 900 Fans im ausverkauften Medio Rhein-Erft den Sänger im LSE-Bademantel im „Saunaboy“ gefeiert, sich gerne über die Suche nach dem „kleine Jlöck“ belehren lassen, der frechen Liebeserklärung nach rheinischer Art “Leck ens am Arsch“ oder der gefühlvollen Schilderung über den eigenen „Vater von zehn Kindern“ gelauscht. Mit dem Titellied seiner neuen CD „Dummer nit esu“ brach Engel eine Lanze für die ewig gescholtenen Bergheimer in der Stadt Köln, im Ausflug zum Programm „Weihnachtsengel“ im Staatenhaus bekannte er, doch gar kein Engel zu sein, „ich heeße nur su“. Dazwischen fand er Zeit im Publikum nach Freunden und Verwandten zu suchen: „Oswald, schön dat de do bes, du siehs jot us.“ Spätestens als Engel mit den alten Fööss-Hits rausrückte, gab es für die Zuhörer kein Halten mehr, und Tommy Engel dirigierte mit wenigen Geesten nur die Einsätze seiner Fans zum Mitsingen bei „Katrin“, „Mig eetste Fründin“ oder „Veedel“. Mit begeistertem Klatschen verabschiedeten sich die Fans vom Mann in Blue-Jeans nach Trude Herrs „Niemals geht man so ganz“.
Rockige und leise Lieder, alte Hits und brandaktuelle Kompositionen sang Tommy Engel im Medio. Die Fans feierten ihn.
von Oliver Tripp / Foto: Tripp
Kölner Stadt-Anzeiger 29.04.2010
Konzert Tommy Engel im Bergischen Löwen
Nicht ohne den Kaczmarek
Mit seinen persönlichen Lieblingstiteln, Geschichten und Anekdoten unterhielt Tommy Engel seine Fans in Bergisch Gladbach. Im ausverkauften Bergischen Löwen lag ihm das Publikum zu Füßen. Seit 50 Jahren steht der kölsche Musiker, Entertainer und Geschichtenerzähler auf der Bühne, mit zahlreichen Auftritten seit dem Frühjahr 2009 feiert er sein Jubiläum ein ganzes Jahr lang. Auch im Bergischen Löwen präsentierte Tommy Engel noch einmal seine Show zum 50-Jährigen. Eigene Songs aus seiner abwechslungsreichen Karriere gehörten ebenso zum Programm wie Interpretationen bekannter Beatles-Titel, Rap oder Rock´n´Roll. Auch der legendäre „Huusmeister Kaczmarek“ durfte nicht fehlen.
(tr) Bild: Christopher Arlinghaus
Bergische Landeszeitung 29.04.2010
Der kölsche Beatle
Wirkt nicht wie kurz vor dem Ruhestand: Nein, Tommy Engel, dieser kölsche Tausendsassa, unterhält das Publikum auch mit seinen 60 Jahren so, als wäre er gerade einem musikalischen Jungbrunnen entstiegen. Im Bergischen Löwen, natürlich mit 700 Besuchern ausverkauft, zeigte sich der Musiker am Dienstagabend von seinen besten Seiten, mal verrockt, dann besinnlich, aber immer kölsch pur. Viel machen muss er nicht, sein Publikum kennt ja die Texte und singt die Zeilen blind mit: „Et Meiers Kättche...“ Die alten Fööss-Klassiker kommen an, sie sind der Kitt fürs Programm. Dazu Aktuelles, wie sein Lied zum Jahrestag des Archiveinsturz, oder die Stücke von LSE, alles kongenial am Klavier von seinem musikalischen Partner Jürgen Fritz plus Band begleitet. Und die Beatles. Beim Medley steppt der Musiker über die Bühne, die Leute im Saal wippen mit im Gefühl der 60er Jahre. Es ist wohl so: Wenn Tommy Engel nicht bei den Fööss Musik gemacht hätte, wäre dieser Vollblutmusiker wohl ein Beatle geworden, ein kölscher selbstverständlich.
(cbt/Foto: Luhr)
Kölner Stadt-Anzeiger 30.11.2009
Eine Kölsche Rampensau wird 60
Tommy Engel Mehrfach schmetterte ihm das Publikum ein spontanes und lautstarkes „Happy Birthday“ entgegen. Nun ist er also 60. Der Tommy. Der Thomas Richard Engel, der bei der Premiere seiner Weihnachtsdinner-Show in der Rheinparkhalle neben dem Tanzbrunnen sein ganzes künstlerisches Spektrum entfaltete. Ob als witzig-freche kölsche Rampensau oder als von den Fans umjubelter Heldentenor – Engel ist ein Sänger, Komödiant und Entertainer, wie es sie nur selten gibt. „Wenn es regnet, lässt Du in Köln die Sonne scheinen“ sang Purple Schulz in einer Ballade, die er eigens für das Geburtstagskind geschrieben hatte und brachte die Stimmung des Publikums auf den Punkt: „Diese Stadt hat deine Stimme.“ Da tobte der Saal und Tommy war sichtlich ge- und berührt: „Du bes Kölle!“ Schulz zählte zum Reigen der Überraschungsgäste, die nach dem Ende des Weihnachtsprogramms mit dem Sänger in dessen Geburtstag hineinfeiern wollten. Diese kölsche Party wollte keiner der knapp 1000 Premierengäste verpassen. Denn wann erlebt man schon einmal die Paveier als Bläserquartett? Es gab viel Beifall für deren komischen Auftritt als winterlich vermummte Straßenmusikanten: „Heiligabend auf dem Dom“. Stefan Brings und Tommys jüngster Sohn Kai Engel von Brings stimmten ein „Halleluja“ auf den Jubilar an, der mit den Höhnern „Hey Kölle, do bes e Jeföhl“ sang. „Mit den Höhnern ist man ja auch aufgewachsen – mittlerweile“, sagte Engel. Während die Höhner ihn zudem als „himmelhoch high“ feierten und mit Unterstützung der Musiker aus der Tommy Engel Band – so Pianist Jürgen Fritz, Gitarrist Klaus Spangenberg, Bassist Thomas Hoedtke und Schlagzeuger Heiko Braun – live spielten, erklangen die Bläck Fööss nur als Konserve. Aufgelegt von Erry Stoklosa, der als einziger der alten Kollegen gekommen war, den ganzen Abend mitfeierte und zur Musik vom Band „Met d´r Harley op Jöck“ sang. Stoklosa: „Als ich den Text schrieb, hab ich an Tommy gedacht.“ Doch als Stoklosa so alleine in der Bühnenmitte stand, war manchem Zuschauer eine leichte Enttäuschung anzumerken. „Ich hatte erwartet, dass die Bläck Fööss geschlossen aufmarschieren“, sagte Dirk Osthoff stellvertretend für viele. „Egal, was damals bei der Trennung gelaufen ist. Das ist mehr als 15 Jahre her. An so einem Tag müssten die anderen Fööss über ihren Schatten springen. Schade. Chance vertan.“ Auf der Bühne und bei der anschließenden Feier im Foyer stießen noch Ehefrau Marlene und Sohn Ilja mit Tommy an. Dazu die langjährigen LSE-Kollegen Rolf Lammers und Arno Steffen, Bestseller-Autor Frank Schätzing, TV-Moderatorin Christine Westermann, Regisseur uns Schauspieler Bill Mockridge, Talentproben-Mann Linus, Musikproduzent Reiner Hömig. Am zweiten Abend gratulierten Schauspielerin Samy Orfgen mit einer selbstverfassten Arie sowie Gerd Köster und Frank Hocker mit einem Krätzchen über den Alltag im Musiker-Altersheim. Vom Vorstand des Festkomitees feierte Bernd Höft mit. Der zählte zu den wenigen Besuchern, die in Huusmeister-Outfit und mit Werkzeug-Kiste gekommen waren. Allerdings hatte Tommy Engel zuvor gleich mehrfach bewiesen: Den Kaczmarek kann man nicht kopieren. Der ist und bleibt einmalig. (NR)
Der Weihnachtsengel Leise Töne dominieren in den elf Aufführungen dieser fünften Ausgabe der „Weihnachtsengel“-Show. Pianist Jürgen Fritz als musikalischer Leiter hat ein sehr schön stimmiges Programm zusammengestellt. Neben Titeln aus dem bekannten Repertoire von Tommy Engel „Du bes Kölle“ bis „Kaczmarek Superstar“ gibt es klassische Weihnachtslieder („Stille Nacht“) und witzige Parodien: „Es ist vom Rost gesprungen – ein Würstchen kross und zart“. Für gesangliche Unterstützung sorgten Anke Schweitzer und Elke Schlimbach sowie der Gospel-Chor Spirit of Change. Für den 6.,13., und 20. Dezember gibt es noch einige Karten (68Euro inklusiv Drei-Gang-Menü).
Ein sichtlich gerührter Tommy Engel nimmt die Parade der Gratulanten aus der Kölner Musikszene ab. Ein emotionales Lied sang Pruple Schulz (l.) für den Jubilar. Bilder: Worring
Jubiläums-Tränchen für Tommy im Tanzbrunnen
Köln – Das war der Abend der großen Emotionen: Tommy Engel lud in den Tanzbrunnen, um sein 50-jähriges Bühnenjubiläum zu feiern. Und neben rund 5000 Fans – darunter auch Elke Heidenreich und die äußerst textsichere Alice Schwarzer – kamen auch musikalische Gäste. Den Anfang machte Erry Stoklosa. Bevor er am Samstag in Siegburg mit den Fööss auftrat, schmetterte er mit Tommy noch ein paar der alten Hits wie „Kaffeebud“ oder „De Mamma kritt schon widder e Kind“. Besonders witzig: Aus „Ebony and Ivory“ machten die zwei „Tom und Erry, dick un dünn, stonn zesamme op de Bühn eröm:“ Kurz vor der Pause gab es dann die Wiedervereinigung: Zusammen mit Arno Steffen und Rolf Lammers ließ Tommy alte LSE-Zeiten wieder aufleben – und manches Auge verdrückte da das eine oder andere Tränchen. Ein Abend der Emotionen eben!
Alte Haudegen: Tommy Engel und sein ehemaliger Fööss-Kollege Erry Stoklosa (l.) Foto: Patric Fouad
Kölner Stadtanzeiger 17.08.2009
Eine Show der Höhepunkte
Die Beatles und die Bläck Fööss, dazu noch LSE und jede Menge Huusmeister Kaczmarek in einer Show – das schafft in Köln nur Tommy Engel. So erwies sich das Doppeljubiläum - Engel wird 60 und steht seit 50 Jahren auf der Bühne – als eines der besten Konzerte, die der Sänger abgeliefert hat. Rund 4500 Fans- darunter kölsche Prominenz von Alice Schwarzer und Elke Heidenreich bis Gerd Köster und Rote-Funken-Präsident Heinz-Günther Hunold – sangen begeistert und textsicher die rund 50 Songs mit, die Engel mit der gut aufgelegten Band um Pianist Jürgen Fritz anstimmte. Für seinen Streifzug durch die vergangenen 50 Jahre griff er tief in die Kiste seines Repertoires. Nach einigen Beatles-Hits („Das waren meine entscheidenden Berührungspunkte mit der Musik“) ließ Engel im Duett mit Erry Stoklosa und Liedern, die „die Fööss lange nicht mehr gesungen haben“, die alten Zeiten aufleben – vom „Langen Samstach en d´r City“ und der „Kaffeebud“ bis „Rita Schnell“ und „Kölsche Brück“. Dazu ein witziges Duett zu „Ebony & Ivory“ (im Original von Stevie Wonder und Paul Mc Cartney): „Schwatz un wiess sin sich nit fies, wenn de beide op mingem Piano sühs!, hatte Erry getextet, der ganz in Weiß am Mikrofon stand, während Tommy ganz in Schwarz gekleidet war. „Tom und Erry, deck un dünn, stonn zesamme he op d´r Bühn´eröm.“ Das kam an, da jubelten die Fans, und der Sänger war sichtlich beeindruckt: „Das tut gut. Künnt ihr mir jläuve.“ Genauso gut tat die Erinnerung an die LSE-Tage im Zusammenspiel mit Rolf Lammers und Arno Steffen. Die Geschichten von kleinen Stier („kopfe sneide“) und von Rallef im Hummerbecken („Sein lassen“) klangen überzeugend frisch. Der Kaczmarek-Ausflug in die Opern- und Schlagerwelt wurde noch durch ein Bläsertrio um Saxofonist Bernd Winterschladen sowie den Gospelchor Spirit of Change verstärkt. Mit deren Hintergrundgesang wurde auch „Du bes Kölle“ zu einer echten Hymne. Davon konnten die Fans kaum genug kriegen.
Lieder aus gemeinsamen Zeiten und ein frisches „Schwatz un Wiess“ – Duett: Tommy Engel mit Erry Stoklosa. Wiedervereinigung auf und hinter der Bühne mit den LSE-Kollegen (v.l.): Arno Steffen, Anke Schweitzer und Rolf Lammers Bilder: Worring
Kölner Stadtanzeiger 01.07.2009
Tommy Engel fährt Strassenbahn
Ein Jahr lang fährt Tommy Engel im Großformat durch die Stadt. Zum Doppeljubiläum des kölschen Sängers und Entertainers, der in diesem Jahr 60 Jahre alt wird und seit 50 Jahren auf der Bühne steht, hat die KVB eine Bahn gestaltet. Als Vorlage diente ein Ölgemälde des Künstlers Wolfgang Loesche (2.v.r.), der Engels Konterfei siebenfach im Wandel der Jahrzehnte dargestellt hat. Die Idee stammte von Grafiker Roland Böndel. „Diese Bahn ist das erste rollende Gemälde der KVB“, sagte deren Chef Jürgen Fenske (rechts) im Straßenbahn-Museum Thielenbruch. Engel erinnerte an das Lied „Die 2 vun d´r Linie 3“ und seine langjährige Verbindung zu den Verkehrsbetrieben noch aus Bläck-Fööss-Zeiten und meinte lachend: „Das wissen Sie nicht, Herr Fenske. Das war noch vor Ihrer Zeit.“ Bestaunt wurde die neue Bahn, die seit Mittwoch auf der Linie 1 eingesetzt wird, auch von Engels Enkelkind David (links). Zur Präsentation kamen auch Musikerkollege Jürgen Fritz, „Doof Noss“ Hans Hachenberg und Hänneschen-Intendant Heribert Malchers.
(NR)/BILD: Bause
Verzällcher
Wenn das kein Grund ist, met d´r Stroßebahn noh Hus zo fahre: In diesem Jahr feiert Tommy Engel seinen 60. Geburtstag und sein 50. Bühnenjubiläum. Deshalb widmet die KVB ihm eine Bahn. Drauf, das Engel-Konterfei im Wandel der Jahre. Die Linie 1 mit dem Motiv nach dem Ölgemälde von Wolfgang Loesche fährt ab morgen ein Jahr durch Köln.
Tommy Engel an seiner Bahn im Museum Thielenbruch. Foto: Michels
Mit Tommy Engel auf der Linie 1
Sechs Köpfe, sechs mal Tommy Engel – der Musiker schaute sich gestern selbst mehrfach in die Augen, als er im Straßenbahnmuseum Thielenbruch die neue Themenbahn der KVB enthüllte. „Ich bin überwältigt“, erklärte er begeistert. Am Mittwoch wird der Niederflurwagen auf der Linie 1 mitrollen und auf Engels Doppeljubiläum hinweisen: Ende November wird der Entertainer 60, vor 50 Jahren stand er das erste Mal auf der Bühne: im Theater von Willy Millowitsch. Wolfgang Loesche hat die sechs Gesichter für die Bahn in Öl gemalt. So gelungen, dass nicht nur Engels langjähriger Bühnenkompagnon Jürgen Fritz ihn gleich erkannte. Auf der Bahn sollen nun immer aktuell die Veranstaltungen von Tommy Engel angekündigt werden, auch das große Jubiläumskonzert, das die Rundschau am 15. August im Tanzbrunnen präsentiert.
Auge in Auge mit dem eigenen Portrait: Tommy Engel ist mächtig stolz auf das Ergebnis. (Foto: Sevenich)
Rheinische Post 24.04.2009
von Helga Würfel-Ellmann
DVD-TIPP • Tommy Engel – jetzt „zum Lure“
Engel gewährt auch Einblicke hinter die Kulissen
Auch ein Engel schwitzt beim Singen und bekommt deshalb das Gesicht abgepudert. Und wenn er nur Engel heißt und keineswegs federleicht ist, erst recht. Selten kommen Fans dem kölschen Star so nah wie auf seiner ersten DVD „Zum Lure“. Und nicht nur das: Insgesamt 18 der besten Songs und Szenen aus dem Freiluft-Konzert am Tanzbrunnen und dem „Weihnachtsengel“ im „Himmelszelt“ am Südstadion – beides aus 2008 – kann man jetzt ganz in Ruhe zu Hause – oder besser – mit Gleichgesinnten noch mal genießen und dabei erneut die Themenbreite und stimmlichen Qualitäten (nicht nur beim fast viertelstündigen „The very best of Kaczmarek“) des fast 60-Jährigen feststellen. Schwenks von einer zur anderen Bühne beim gleichen Lied, diverse Überblendungen, alte Fotos von der Engel-„Famillich“ und kleine Einspieler schaffen lockere Überleitungen. „Jürgen hat einen tollen Spagat hinterlegt mit schönen Schnitten der verschiedenen Stationen“, äußerte sich Engel stolz über seinen musikalischen Leiter Jürgen Fritz, der 36 Minuten „Bonusmaterial“ gebastelt hat. Manche Aufnahmen haben sogar Seltenheitswert: der Auftritt „Major“ Heusers mit Engel am Tanzbrunnen etwa, wo sie gemeinsam die Bap-Hits „Verdamp lang her“ sowie „Do kanns zaubere“ und den „Fööss“-Evergreen „In unserem Veedel“ zelebrierten. Oder jener Weihnachtsengel-Abend, als die drei Engel-Söhne René, Ilja und Kai ihren „Vatter“ auf der Bühne überraschten. Ein Schmankerl ganz eigener Art ist außerdem das Filmchen zum Song „Nur die“, indem der Sänger unnachahmlich einen Strumpf-Fetischisten mimt. Die DVD ist entschieden mehr als eine Notlösung „für die, die nie Zeit haben, aufs Konzert zu gehen“ (Engel).
Foto: Manfred Esser
Kölner Stadtanzeiger 19.06.2008 | Von Sascha Pries
Gutes „Heimspiel“ für Tommy Engel
Konzert im Heinrich-Heine-Kulturforum
Der Kölner Musiker begeisterte rund 600 Zuschauer bei der ausverkauften Show. Ostheim- Von stürmischem Applaus begleitet tritt Tommy Engel auf die Bühne. Er ist ein gern gesehener Gast beim Heinrich-Heine-Kulturforum und fühlt sich auf der Bühne der Aula sichtlich wohl. Schon vor zweieinhalb Jahren war er der Einladung von Organisator Norbert Hußmann gefolgt. Als „Heimspiel“ bezeichnet er seinen Auftritt in einer kurzen Ansprache, dann legen er und seine Band los. Mal ruhig und melancholisch, wie im Song „Minge Vatter“, mal rockig und schwungvoll wie beim „Seiverblues“ – man spürt wie der Entertainer Engel es versteht, das Publikum für sich zu gewinnen. Wie schon zu alten Bläck Fööss-Zeiten haben auch die Lieder auf Engels neuester CD „Du bes Kölle“ oft einen Bezug zu seinem Leben in der Stadt. Das mit vielen Anekdoten ausgeschmückte Programm sorgte bei den Zuschauern nicht nur musikalisch sondern auch humoristisch für einen unterhaltsamen Abend. Engels Konzert war der abschließende Höhepunkt der nunmehr zwölften Saison des Heinrich-Heine-Kulturforums. „Wir möchten unseren Gästen zum Schluss immer ein Highlight bieten, und Tommy Engel ist natürlich ein ganz besonderer Gast“, freute sich Hußmann. „Ich finde es klasse, dass ein so bedeutender Kölner Künstler hier bei uns in Ostheim auftritt“, pflichtete eine begeisterte Zuschauerin Hußmann bei. Der inzwischen pensionierte ehemalige Lehrer des Gymnasiums gab vor rund 13 Jahren mit zwei Müttern den Anstoß zum ersten Kulturforum. Heute Haben er und seine Mitarbeiter einen Abonnentenstamm von 250 Personen, und viele Konzerte sind mit 600 Zuschauern restlos ausverkauft. „Wir versuchen unsere Preise so zu gestalten, dass besonders Schüler, Studenten und andere Menschen, die weniger Geld zur Verfügung haben sich die Karten leisten können“, sagte Hußmann. Besonders für die Schüler ist das Kulturforum aber eine Veranstaltung, die ihnen auch an anderer Stelle zu Gute kommt. „Alles was wir einnehmen, investieren wir wieder in die Schule“, erklärte Hußmann. So wurden aus den Erlösen der Konzerte Musikinstrumente, Computer und technische Geräte für die Aula angeschafft. Tommy Engel war joot drupp im Heinrich-Heine-Kulturforum. Dort hat der Musiker schon mehrmals die Zuschauer begeistert. Bild: Pries
Neuss-Grevenbroicher Zeitung 12.06.2008
Lieder wie aus dem Leben
Kabarett 20.30 Tommy Engel begeisterte im Rheinischen Landestheater |
Von Sebastian Schaefer
Neuss • Eine Handvoll hervorragender Musiker, ein weißes Frotteehandtuch, eine Flasche stilles Wasser und vor allem eine ganze Menge rheinischer Lebensfreude. Das sind die Zutaten, die Tommy Engel benötigte, um dem Publikum im fast ausverkauften Landestheater einen gelungenen Dienstagabend zu bereiten. Engel, der sich einst als Sänger bei der Kölner Band „Bläck Fööss“ einen Namen machte, versteht es, in Liedtexten und Anekdoten auf eine sehr humorvolle aber dennoch gefühlsbetonte Art aus seinem Leben und über die Stadt Köln zu erzählen. Es sind weniger Zynismus oder Schadenfreude, mit denen er den Menschen ein Lachen entlockt, als vielmehr seine besondere Art über Dinge zu sprechen, die jeder schon einmal selbst erfahren hat. Ein Lied über die Atmosphäre auf einem Kölner Friedhof, einen hart arbeitenden Familienvater oder die früh verstorbene Mutter – normalerweise keine Themen, die zur Unterhaltung beitragen. Und dennoch gelingt es Engel die Liebe zu seiner Familie und zu seiner Heimatstadt glaubhaft zu beschreiben ohne dabei sentimental zu werden. Er lässt die Menschen teilhaben an seinem Leben, ohne sich dabei zu entblößen. Mit seiner typisch rheinländischen Erzählweise schafft er die nötige Distanz zwischen Publikum und Privatleben und sorgt zugleich dafür, dass seine Geschichten und Lieder interessant und unterhaltsam sind. Hinzu kommen Texte über Menschen die zuviel reden, Urlaub in der Hängematte, einen „bordellartigen Barbetrieb“ und über seine persönlichen Gründe, nicht mehr mit dem Flugzeug zu fliegen. „Das ist mir mittlerweile zu billig“, kritisierte er und vermutete, dass die unglaublich günstigen Preise nur durch Einsparungen in der Sicherheit einzuhalten seien. „Aber ich möchte keinen verrückt machen“. Natürlich durften an solch einem Abend auch Geschichten aus und über die Stadt Köln und den Karneval nicht fehlen. So beklagte sich Engel darüber, dass sich Altweiber 25.000 Menschen zehn Dixi-Klos teilen müssten. „Der Rest verteilt sich dann an Mauern und Haustüren. Der Pfarrer, der neben mir wohnt, kriegt sonst das ganze Jahr über nicht so viele nackte Ärsche zu sehen.“ Deshalb lautete der folgende Liedtitel „Ich hab lieber wenn es Sommer ist.“ Ob Engel sich mit dieser Aussage auch von seiner eigenen karnevalistischen Vergangenheit distanzieren wollte, blieb unbeantwortet. Jedoch ließ er es sich nicht nehmen, zwei seiner Hits aus der Zeit bei den Bläck Fööss – mit einem kleinen Seitenhieb auf die ehemaligen Bandkollegen – vorzutragen. „Im Original.“ Tommy Engel lässt in Liedern und Texten die Menschen an seinem Leben teilhaben.
Kölner Stadtanzeiger 26.05.2008
Das Duett der kölschen Köpfe
„Verdamp lang her, dat ich ens bei de Fööss wor, verdamp lang her, dat do bei Bap jespillt“, sang Tommy Engel zum Auftakt des zweiten Teils seines Gastspiels am Tanzbrunnen und dazu spazierte Klaus „Major“ Heuser mit seiner Gitarre aus den Kulissen, um die zugehörigen Gitarren-Riffs zu spielen, die sich seit Jahrzehnten im Gehör der kölschen Fans festgesetzt hatten. Auch wenn der Text leicht umgeschrieben war, sangen mehr als 3000 Besucher am Tanzbrunnen die Verse Wort für Wort mit: „Verdamp lang her.“ Dabei war es gerade mal ein Jahr her, dass beide schon einmal zusammen gesungen haben – bei „Kölle Live“ im Stadion. Doch diesmal gab es vom Duett der kölschen Köpfe noch einige Zugaben. Neben einem weiteren Lied von Wolfgang Niedecken („Do kanns zaubere“) ließ Heuser auch bei „Für et Hätz un jäjen d´r Kopp“ (original von LSE) beim „Veedel“ (Bläck Fööss) und bei „Niemals geht man so ganz“ (Trude Herr) die Gitarren erklingen. Es jucke ihn schon, auch mal wieder mit einer eigenen Band aufzutreten, verriet Heuser hinter der Bühne. Dafür suche er derzeit Musiker, denn die CD mit der Sängerin Susanne Werth war doch eher eine einmalige Aktion. „Ich möchte gerne neue Songs spielen, aber durchaus auch den ein oder anderen aus dem Bap-Repertoire. Es gibt ja Dutzende, die ich mit komponiert habe und die von der Gruppe inzwischen nicht mehr gespielt werden.“ Aus den unterschiedlichen Stationen seiner Karriere bedient sich auch Tommy Engel. Das reichte von „Meiers Kättche“ und „Katrin“ bis zu „Du bes Kölle“, das – vom Publikum stürmisch gefordert – gleich mehrfach angestimmt wurde. Dazu verausgabte Engel sich in der Rolle seiner Kultfigur „Huusmeester Kaczmarek“, den er mal als „Las Vegas“-Relikt präsentierte („Alles Netto“) oder durch die großen Opernhäuser ziehen ließ. „Jetzt es et met d´r Metsingerei vorbei. Ich mache in Klassik“, verkündete er im mausgrauen Kaczmarek-Frack. „Wat die Höhner künne, kann ich ald lang. Das muss doch mal gesagt werden.“ Das Konzert wurde von „Center -TV“ mit sechs Kameras aufgezeichnet und soll nach den Sommerferien gesendet werden. Moderator Stephan Brandt: „Das ist schon mehr als der Heimatreporter. Das ist für uns eine richtig große Produktion.“ Gefeiertes Duo: Tommy Engel und Klaus „Major“ Heuser Bild: MAX
Kölner Stadtanzeiger 26. / 27.04.2008
Tommy und der Major im Tanzbrunnen
„Ich freu mich richtig drauf“, sagt Tommy Engel strahlend. Unter dem Motto „Zurück im Tanzbrunnen“ tritt der Musiker mit seiner Band am Samstag, 24. Mai, 19 Uhr, unter freiem Himmel in Deutz auf. „Wir werden einfach ein bisschen musizieren und haben ein paar Freunde dazu eingeladen.“ Gemeint ist allerdings ein ganz bestimmter Freund. Mit auf der Bühne wird auch der legendäre BAP-Gitarrist Klaus „Major“ Heuser stehen. Vergangenes Jahr traten Engel und Heuser schon einmal gemeinsam auf. Im Stadion sorgten sie bei „Kölle live“- Zuschauern mit einer neuen Version des BAP-Klassikers „Verdamp lang her“ für Aufsehen. „Wir werden den Song nur geringfügig verändern“, so Engel. Ob Tommy Engel auch gemeinsam mit dem Kölner „Major“ und Wolfgang Niedecken auftreten würde? „Na klar, wenn die beiden zusammen kommen. Die Entscheidung überlasse ich ihnen.“ Ähnlichkeiten zwischen den Biografien von Engel und Heuser sind nicht zu übersehen. Engel stieg als Frontmann bei den „Bläck Fööss“ im November 1994 aus. Der „Major“ kehrte BAP im März 1999 den Rücken. „Natürlich kann man da Parallelen ziehen, muss man aber nicht“, so Engel. Dabei gibt es mit Sicherheit viele Fans kölscher Musik, die davon träumen, dass die Fööss noch einmal mit Tommy Engel und BAP mit Klaus Heuser auftreten. Doch davon ist derzeit keine Rede: Tommy Engel hat sich erst einmal vorgenommen, den Tanzbrunnen richtig zu rocken. „Ich habe vergangenes Jahr schon angekündigt, dass ich gerne hier wieder spielen möchte. Jetzt hoffen wir, dass daraus eine Tradition wird.“ Die musikalische Leitung übernimmt Engels langjähriger Weggefährte und „Flügelmann“ Jürgen Fritz. „Bei der Band verlasse ich mich ganz auf Jürgen. Ich hoffe nur, dass mit dem Wetter alles gut geht.“
Sankt Augustiner Stadtzeitung 04.04.2008
Soulgetränkter Engel-Gesang mit viel Jeföhl
Ex-Frontmann der „Bläck Fööss“ eroberte seine Fans im Sturm.
von Patrick Lülsdorf
Sankt Augustin. Es gibt Künstler, denen man einfach alles abnimmt. Nicht weil sie erzählen, was das Publikum hören will, sondern weil sie einfach so sind, wie sie sind. Tommy Engel ist einer dieser Menschen, mit denen man sich sofort identifiziert und denkt: Ja, der könnte einer von uns sein. Natürlich ist er ein ausgezeichneter Sänger, ein Vollblutmusiker und Unterhaltungsgenie, doch was seine Fans an ihm so schätzen, ist seine nicht gespielte Natürlichkeit und seine absolut herzliche Art. In der ausverkauften Aula des Rhein-Sieg-Gymnasiums lieferte der ehemalige Frontmann der „Bläck Fööss“ mit seiner ausgezeichneten Band eine erfrischende, knapp zweistündige Kölsch-Rockshow ab. Dabei traf er seine Anhänger genau direkt im „kölschen Hätz“. Die Band, in der klassischen Rockbesetzung spielend (Gitarre, Bass, Schlagzeug, Piano), bestach vor allem durch eine ausgeprägte Stilvielfalt. Von rockigen Rhythm-and-Blues-Nummern („Seiverblues“) bis hin zu geschmeidigen Relaxstücken („Hängematt“) meisterte die schnörkellose Combo jedes Genre mit Bravour. Zwei Backgroundsängerinnen unterstützten den dynamischen, soulgetränkten Engel-Gesang, während sich die Instrumentalisten um Pianist und Bandleader Jürgen Fritz durch zahlreiche und geschmackvolle Soli auszeichneten. Zwischen den Songs suchte Engel immer wieder die Interaktion mit dem Publikum, scherzte und lachte mit seiner Band und erzählte amüsant aus dem Nähkästchen eines Kölschrockstars. Seinen unverwechselbaren Humor präsentierte der fitte 58-jährige während eines Elvis-Presley-Medleys, bei dem er sich in ein kitschiges Glitzerkostüm warf und ulkige kölsche Texte auf die Klassiker des Kings dichtete. Zur Architektur Sankt Augustins viel dem gut aufgelegten kölschen Jong nicht viel ein. Doch schlug er vor, ein paar Bäume zu pflanzen, „damit man die hässlichen Gebäude nicht so sehen muss“, scherzte Engel grinsend zwischen zwei Liedern. Zwei Themen zogen sich wie ein roter Faden durch sein neues Programm. Zum einen gesteht er immer wieder ohne platte, karnevalistische Attitüde, die Liebe zu seiner Heimatstadt Köln, die er in Trude Herrs „Ming Stadt“ und in seinem Hit „Du bes Kölle“ herzerwärmend besang. Zum anderen handeln seine ehrlichen Texte häufig von seinen Eltern, denen er großen Respekt entgegenbringt. „Minge Vatter“ ist eine Hommage an seinen Vater (Mitglied der „Vier Botze“), der es schaffte, zehn Kinder zu ernähren (Engel ist der jüngste) und in „Denk ich an Dich“ bedankt er sich bei seiner Mutter für Ihre Geborgenheit und Liebe. Bei soviel Lachen, Herzlichkeit und guter Musik verwunderte es wohl keinen, dass sich die Fans mit stehenden Ovationen bei dem quirligen, lebendigen Powerpaket bedankten.
Kölner Stadtanzeiger 08.04.2008
Engel mit Pfiff
Bestens aufgelegt zeigte sich Tommy Engel im Bergischen Löwen. Mit Band und Background-Chor brachte er sein begeistertes Publikum bald zum Wippen und Mitklatschen. Altes und Aktuelles , Lustiges und Bösartiges – Engel hatte eine elegante Mischung bewährter Klassiker und neuer Hits ausgewählt und moderierte mit pfiffigen Anekdoten von einem Titel zum nächsten.
Jer/Bild: Arlinghaus
Blick Aktuell Remagen 27.09.2007
Mit Charme, Witz und dem Meiers Kättsche
„Tommy Engel live“ riss rund 600 Fans in der Rheinhalle mit.
Der Kölsche jung scheint einfach nicht älter zu werden und reißt sein Publikum nach wie vor mit. Foto: ab Remagen. „Et is wie et is, et kütt wie et kütt un et hät noch immer joot jejange“. Das ist Köln und Köln ist auch Tommy Engel. Der gehört zu Köln wie der Kölner Dom. Und der begeisterte am Freitag ein rund 600 Fans starkes Publikum mit seinem neuen Programm „Tommy Engel live“. Von der ersten bis zur letzten Minute gingen die Fans beim rund zweistündigen Programm regelrecht mit. Ob die leiseren Klänge oder die fetzigeren Hits, mit brandneuen Songs, jede Menge Geschichten aus seinem Leben und seiner Heimatstadt Köln, aber auch mit schon fast legendären Hits riss Tommy Engel, begleitet von seiner Band, das Publikum mit. Er entführte die Fans auf den Kölner Zentralfriedhof „Melaten“, dem einzigen Ort in Köln auf dem man in Ruhe stundenlang spazieren gehen kann, machte Ausflüge in die Welt der TV-Kochshows und weihte die Fans ein in das Mysterium, wie ein einzelner Mensch „Janz Kölle“ sein kann. Der Kölner Jung erzählte von der „MS Monika“, auf der ein Kapitän jeden Tag den Rhein rauf und wieder runter fährt, um seine Ladung zu verteilen, motivierte das Publikum zum Mitsingen bei „Du bes Kölle“, das sich zu einer echten Kölsch-Hymne entwickelt und ließ natürlich auch „Dat Meiers Kättsche um Rädsche fahre“. Und zu Tommy Engel gehört nicht nur die unverwechselbare Stimme aus der Domstadt, sondern das Urgestein ist ebenso ein geborener Moderator, der mit Witz, Charme und Sprüchen sein Publikum stets im Griff hat. Fehlen durfte natürlich auch nicht der „Sauna-Boy“ im weißen Bademantel oder der „Huusmeister Kaczmarek“. Letzterer hat allerdings inzwischen die Schnauze voll von Rap und all dem Zeug. Der Huusmeister-Kittel ist inzwischen ein Frack, der aus dem gleichen Stoff besteht wie der Kittel, und inzwischen singt „Kaczmarek“ eine Sinfonie. Er ist zur Klassik gewechselt und serviert kölsche Versionen von „Granada“, „Music was my first love“ und der „Tarantella“. Nichts hat Tommy Engel verloren von seiner Fähigkeit die Menschen abzuholen und mit in die Domstadt zu nehmen. Auch mit grauem Bart scheint Engel einfach nicht älter zu werden, auch nicht nach zig Jahren auf der Bühne. Et kütt halt wie et kütt“.
-AB-
Geschichten vom Dom schön vertont
Tommy Engel begeisterte rund 600 Fans in der Remagener Rheinhalle
Kölsch geht immer im Rheinland – an der Theke ebenso wie auf der Bühne. Mundart-Barde Tommy Engel lieferte in Remagen den Beweis. Remagen. Obwohl er erst vor eineinhalb Jahren hier war, kamen jetzt wieder gut 600 Besucher zu Tommy Engel in die Rheinhalle. Der frühere Frontmann der Bläck Fööss und seine sechsköpfige Band unter Leitung von Pianist Jürgen Fritz boten über zwei Stunden Entertainment vom Feinsten. Die ersten Worte des sofort mit frenetischem Applaus empfangenen Entertainers waren „Dr Minsch“, und genau darum ging es vom ersten bis zum letzten Lied: Ob in den alten Fööss-Balladen „MS Monika“ und „Meiers Kättche“, ob in der neuen Mitsing-Hymne „Du bes Kölle“ oder in dem sehr persönlichen „Minge Vatter“ – stets stellt Engel eine nur ein bisschen sentimentale Jedermann-Menschlichkeit in den gefühlten Mittelpunkt. Die rührende Retro-Stimmung bei „Ming eetste Fründin“ wurde immer wieder unterbrochen durch Beifall, und außerdem sang das Publikum beim Refrain mit. Und dennoch: Hier war vielleicht am deutlichsten der Unterschied zu den Bläck Fööss zu merken. Anders als die in jahrzehntelanger Bühnenpraxis gereifte Band von Individualisten und ehemaligen Amateuren spielt Engel heute mit einem straff organisierten Betrieb ausgesuchter Profi-Musiker im Angestelltenverhältnis. Neben Jürgen Fritz ist dieser Spitzenband besonders Wolf Simon für exzellentes Schlagzeugspiel zu bewundern sowie die beiden Backgroundsängerinnen Anke Schweitzer und Elke Schlimbach. Der temperamentvolle Sänger und gewitzte Geschichtenerzähler Thomas Richard Engel hat auch sein Programm ganz auf sich zugeschnitten. Immer wieder schlüpft er in diverse Rollen. Als legendäre „Doof-Nuss“ erzählt er eine rührende Weihnachtsgeschichte um einen Fahrrad-Wunsch, bringt als „Sauna-Jupp“ einen schicken Song im Latin-Groove, und natürlich darf auch „Huusmeister Kaczmarek“ aus der WDR-Serie „Die Anrheiner“ nicht fehlen.Auch der hat inzwischen Karriere gemacht. Man merkt es schon, wenn er erzählt, wie er mit seinem Pianisten in Bayreuth „bei Wagner“ und in der Mailänder Scala „im akustisch hervorragenden Heizungskeller“ war. Er siezt seinen Piano-Maestro, und der bedankt sich mit einem ausgesucht kitschigen Plastiksound aus dem elektronischen Fake-Flügel. Beide juxen sich virtuos mit dem auf Pavarotti-Kopie machenden Kaczmarek-Engel durch ein richtig jeckes „Klassik“-Potpourri. Gegen Ende seines Programms dosiert der in der Wolle gefärbte Entertainer etwas mehr Anheiz-Nummern von einer Machart, mit der er den Saal im Nu zum Kochen bringen kann. Doch schon zur Pause der Personality-Show waren sich die Fans einig: Es war dieses Mal fast noch besser als im vergangenen Jahr im März! Thomas Rohde Tommy Engel mit Band: Mit alten Liedern aus der „Bläck-Fööss-Zeit“ und mit neuen Songs konnte der Geschichtenerzähler aus der Domstadt wieder sein Publikum begeistern.
Foto: Vollrath
Generalanzeiger Bonn 24.09.2007
Witz, Tiefgang und einer der kölschesten Stimmen
Tommy Engel begeistert in der Remagener Rheinhalle das Publikum.
Der ehemalige Frontmann der „Bläck Fööss“ zeichnet mit packenden Liedern und lustiger Moderation ein Portrait von Köln Von Annika Münster Remagen. Mit einem runden Programm und viel kölschem Charme begeisterte Tommy Engel am Freitagabend rund 600 Zuschauer in der Remagener Rheinhalle. Nach dem Ende seiner ersten erfolgreichen Solotour, machte sich das Kölner Urgestein mit neuem Programm „Tommy Engel live“ direkt wieder auf den Weg, um ein bisschen Köln nach ganz Deutschland zu bringen. Der ehemalige Frontmann der „Bläck Fööss“ und aktueller Sänger bei der Band „LSE“ riss das Publikum von Anfang an mit. Mit dem Zusammenspiel aus packenden Liedern und einer bodenständigen, ehrlichen und oft lustigen Moderationen zeichnete er gemeinsam mit seiner Band ein Portrait der ganz besonderen Stadt am Rhein. Er besang den Kölner Zentralfriedhof „Melaten“ als den einzigen Ort, wo man in Ruhe und ungestört stundenlang spazieren gehen kann, erzählte von der „MS Monika“, auf der ein Kapitän Tag für Tag den Rhein rauf und wieder runter fährt, um seine Ladung zu verteilen, erinnerte sich an „Meiers Kättche“, eine erste Freundin, die noch dazu lachen konnte wie ein Sonnenschein, und rührte damit viele Besucher zu Tränen. Bei „Du bes Kölle“, einer Kölsch-Hymne, die eigentlich als Reaktion auf die „Du bist Deutschland“ –Kampagne im Fernsehen entstanden ist, kochte die Stimmung im Saal. Der „Sauna-Boy“, bei dem Engel im weissen Bademantel auftrat, durfte genauso wenig fehlen, wie der Auftakt, bei dem er verrät, dass der Sänger nur heißt wie ein Engel, sonst aber keiner ist und selbst wenn er es versuchen würde, wahrscheinlich nicht so leicht in den Himmel hoch käme. Besonderen Applaus gab es außerdem für die hervorragende Band, die Engel mit sauberen Sound begleitete sowie für die zwei Backgroundsängerinnen mit ihren „Glockenstimmen“, die den Songs noch mehr Substanz verliehen. Ein Highlight des Abends war, als der Sänger im alten Kittel der Rolle „Huusmeister Kaczmarek“, der mittlerweile jedoch zum Frack „aufgemotzt“ wurde, auf die Bühne kam und kölsche Versionen von „Granada“, der „Tarantella“, „Music was my first love“ und „Volare“ („Am Mare“) zu Gehör brachte. Das Konzert endete mit tosendem Applaus für ein Programm mit Witz, Tiefgang und einer der kölschesten Stimmen überhaupt. Mit kölschen Liedern heizt Tommy Engel den Besuchern in der Remagener Rheinhalle richtig ein.
Foto: Martin Gausmann
Kölner Stadt-Anzeiger 13.09.2007
Textsicher auch ohne Liederheft
Tommy Engel dirigiert den vielstimmigen Kneipenchor im „Lapidarium.“
Erwartungsvoll hatten die Gäste der randvollen Eigelstein-Kneipe „Lapidarium“ ihre Lieder hefte gezückt. Doch dann winkte Tommy Engel ab. „Das erste Lied steht da gar nicht drin“, sagte er mit verschmitztem Grinsen. Aber die LSE-Nummer „Leck ens am Arsch“ konnte auch so jeder mitsingen – zumindest den Refrain. Darum ging es ja beim Mitsing-Konzert der Reihe „Loss mer singe“. Die Band war, so Pianist Jürgen Fritz, „nur mit kleinem Besteck“ angetreten – neben den beiden standen Schrader mit der akustischen Gitarre und Backgroundsängerin Elke Schlimbach auf der improvisierten Bühne. Davor rund 200 sangeslustige Fans, die im Vorjahr den Engel-Song „Du bes Kölle“ in dutzenden Kneipen zum Hit der Session gekürt hatten. Das Lied wurde dann auch in der knapp zweistündigen Show gleich zweimal gesungen. Die Fans hätten den gesamten Text sicher ein drittes und viertes Mal lautstark mitgeschmettert. Neben ruhigen Lieder wie „Melote“ und „Drink doch eine met“ erwies sich die „Kaczmarek-Symphonie“ als Hit des Abends. Sichtlich amüsiert wetteiferten die Hobbysänger mit ihrem kölschen Vorsänger: „Estrich, Estrich Super Laminat. Estrich, Estrich superschnell verlaat.“
Kölner Stadt-Anzeiger 31.07.07
„Em Feschjeschäff schwemmp d´r Ralf em Basseng“
Ein Riesenposter eine richtig gute CD und eine weitere Weihnachtsshow. „Jeck em Rän“ heißt nicht nur ein Lied auf der neuen CD von Tommy Engel, sondern so fühlte sich der Sänger gestern Mittag auch, als er – eigentlich „un-engelhaft“ – von dem Hubwagen seines Freundes Volker Rohde vor dem Karstadt-Kaufhaus in die Lüfte gehoben wurde. Schließlich schmückt die Fassade derzeit ein riesengroßes Werbeplakat für die frisch erschienene „Du bes Kölle“-CD. Wieder auf dem Boden, gaben Tommy und sein Bandkollege Jürgen Fritz reichlich Autogramme an Fans und Passanten, Freunde und Bekannte – darunter Büttenredner Hans Hachenberg (Doof Noss), Köln-Kongress-Chef Bernhard Conin, „Anrheiner“-Schauspieler Giovanni Luzi und Josef Embgenbroich, der Pfarrer von St. Severin ist und damit einer von Tommys Nachbarn. Ist das der Pastor, der in zweien der Songs besungen wird? „Nä nä“, wiegelt Tommy mit spitzbübischem Lachen ab. Wer´s glaubt. Kurzfristig auf die CD draufgepackt wurde ein Livemitschnitt des leicht umgetexteten Bap-Songs „Verdamp lang her“ vom letzten „Kölle Live“-Festival im Stadion, bei dem Klaus „Major“ Heuser mit bekannten Gitarren-Riffs die Tommy Engel Band verstärkt hatte. Fritz: „Das hat Wolfgang Niedecken sofort abgenickt.“ Keine Erlaubnis hatte es dagegen für den Randy Newman-Titel „Klein Minsche“ (Original: Short People) gegeben. Stattdessen gibt es musikalisch stets wunderbar aufgearbeitet viel Kölsches. „Mit der Kölschtümelei habe ich es ja nicht“ sagte Tommy und blickt mal kritisch, mal ironisch auf den Alltag in der Stadt. Der ist in vielen Liedern präsent. Und dann gibt es Hinweise auf die Vergangenheit. So singt er „em Feschjeschäff schwemmp d´r Ralf em Basseng. Klätschnaß wod ich wach, und sin visavis ne Engel op zweierlei Fööss“ in dem Lied „Nur ne Draum“. Dazu geht´s über den Friedhof („Melote“), in die „Hängematt“ oder „Mem Finger üvver de Landkaat“. Sehr schön auch das Lied für Enkel Marvin, das Tommy mit seinem Sohn Kai Engel (Keyboarder bei Brings) getextet hat: „Schlof, minge Klein.“ In die dritte Runde geht die „Weihnachtsengel“ Show. Das Himmelszelt wird ab 22. November im Mediapark aufgeschlagen. Gastronomie-Partner ist der Catering-Service „Aufgetischt“ von Jürgen Walter und Dirk Holzmann. Tickets sind im Vorverkauf.
Hoch in der Luft posiert Tommy Engel vor seinem Werbeposter, hochgefahren von Volker Rohde (r.)
Bild: Worring
Tommy Engel im XXL-Format
Übergroß und mit schick geföhnten Haaren hängt sein Portrait über dem Eingang der Karstadt-Filiale an der Zeppelinstraße:Tommy Engel beweist auf dem Foto des renommierten Fotografen Dieter Ekelpoth Model-Qualitäten .“Ein richtiger schicker Dicker “,meinte eine Passantin schmunzelnd .Auch musikalisch hat Tommy Engel Neues zu bieten(siehe CD-Kritik) Nach acht Jahren hat Engel wieder ein Pop-Album „Du bes Kölle „ auf den Markt gebracht.“ Jedes Jahr eine CD herauszubringen geht zu Lasten der Qualität „ ist Engel überzeugt. Daher sei „Du bes Kölle“ eine „sehr gut abgehangene Geschichte“, auch dank seines musikalischen Partners und Produzenten Jürgen Fritz .Alle Wünsche ließen sich doch nicht realisieren: So versuchten die beiden vergeblich die Rechte für „Short People“ von Randy Newman und „Rain“ von den Beatles zu bekommen,
so dass Engels kölsche Versionen „Klein Minsche“ und „ Ping nicht aufs Album durften. Live wird der kölsche Entertainer wieder bei seinem „Weihnachtsengel zu erleben sein. Diesmal in einem Zelt im Mediapark. Der Kartenvorverkauf hat begonnen.
Kölner Stadt-Anzeiger 14.05.07
Schunkelstimmung mit Feuerwerk
Do bes Kölle „ war der Hit beim Saisonauftakt am Tanzbrunnen.
Tommy Engel musste das vom Publikum immer wieder geforderte Lied gleich zweimal singen, und zudem war diese ironische Köln-Hymne Abschlussmelodie eines imposanten Feuerwerks, das die Tanzbrunnen-Macher um Köln-Kongress-Chef Bernhard Conin organisiert hatten .Da sangen und schunkelten rund 4000 Besucher begeistert ein drittes mal zum gleichen Song. Knapp zwei Stunden hatte Tommy „(Ich ben keine Engel,ich heiße nur su“) amüsant geplaudert und mit seiner Band um Pianist Jürgen Fritz alte und neue Lieder angestimmt –von „Meiers Kättche“, und „Katrin“ aus vergangenen Bläck Föös -Tagen bis zu „M èm Finger üvver de Landkaat“, das auf der neuen CD veröffentlich werden soll. Tommy erinnerte an Trude herr und Hans Hachenberg und verausgabte sich fast in der Rolle seiner Kultfigur „Huusmester Kaczmarek“. Im mausgrauen Frack wirbelte er wie ein operntenor übers podium und klagte sein Hausmeisterleid:“ Estrich , Estrich , Super-Lamint „ .
Norbert Ramme
„Du bes Kölle“ aus 4000 Kehlen
Rundschau präsentierte Tanzbrunnen-Eröffnung mit Tommy Engel und Feuerwerk
Von Anna Hagebusch
Wunderkerzen, kölsche Tön und ein Publikum in allerbester Laune: Kurzum, es war ein stimmungsvoller und musikalisch gelungener Samstagabend im Tanzbrunnen. Etwa 4000 Besucher hatten sich auf der Schäl Sick eingefunden, um mit Tommy Engel und seiner Band die Saisoneröffnung zu feiern – präsentiert von der Kölnischen Rundschau. Wer zu Beginn noch gefröstelt hatte, dem heizte die Samba-Gruppe „Pinha Colon“ gleich ordentlich ein. Südamerikanisch ging es auch weiter, denn Oberbürgermeister Fritz Schramma und Köln Kongress-Geschäftsführer Bernhard Conin begrüßten einen ganz besonderen Gast: Romero Britto, brasilianischer Popart-Künstler und in den USA ein gefeierter Star. Der 43-Jährige übergab seine Skulptur „Blue Dog“, die seit Samstag im Eingang des Tanzbrunnens zu bewundern ist. Mit dem Aufstellungsort seines Geschenkes zeigte sich der Brasilianer sehr zufrieden: „Wie mir scheint, ist dies ein Ort, an dem Familien und Freunde zusammenkommen, um zu leben und zu feiern. Das passt zu meiner Kunst.“ Und auch die Kölner können mit ihrem neuen „blauen Hund“ durchaus zufrieden sein, denn ein „Britto“ macht ganz schön was her. Werke des Künstlers hängen beispielsweise auch bei Schwarzeneggers und im Wohnzimmer des Ehepaars Steffi Graf und André Agassi. Wie in seinem Wohnzimmer gab sich auch Hauptakteur Tommy Engel auf der Bühne. Zeitweise eingehüllt in einen knallroten Bademantel präsentierte er eine bunte Mischung aus alten Hits und ganz neuen Stücken, Verzällcher und Witzchen. Wobei Engel den gesamten Abend durchaus auch mit einem einzigen Lied hätte bestreiten können: Immer wieder forderte das Publikum seine Hymne. „Du bes Kölle“. Irmgard Lambrecht aus Linnich war von der Vorstellung restlos begeistert: „Es ist eine tolle Atmosphäre“, lobte sie, hakte ihre Sitznachbarinnen zum Schunkeln unter und verteilte Päckchen mit Wunderkerzen für das große Finale. Auch Birgit Inden war voll des Lobes über den stimmungsvollen Abend im Rheinpark: „Ich war dieses Jahr bestimmt nicht das letzte Mal im Tanzbrunnen“, so die Ehrenfelderin. Zum Abschluss gaben Engel und die Band noch einmal alles, ließen sich zu mehreren Zugaben hinreißen und wurden dafür mit großem Jubel belohnt: Sogar die Gartenstuhlbesitzer in den hinteren Reihen bedankten sich mit stehenden Ovationen.
Tommy Engel und seine Band brachten das Publikum im Tanzbrunnen zum Jubeln. (Foto: Hanano)
Kölner Stadt-Anzeiger 17.04.2007
Eine lautstarke Liebeserklärung
Tommy Engel im Bürgerzentrum
Das Publikum verehrt ihn: Tommy Engel und Band gastierten in Chorweiler.
Von Norbert Ramme
Chorweiler – Es war schon ergreifend. Still und aufmerksam hatten die rund 750 Zuschauer im ausverkauften Saal des Bürgerzentrums dem aktuellen „Du bes Kölle“- Hit gelauscht, der sich ironisch mit dem kölschen Heimatkult auseinander setzt. Doch kaum war der letzte Ton dieser Hymne mit Ohrwurm-Charakter verklungen, standen die Fans nach und nach auf, klatschten, jubelten und sangen zweimal den Refrain: „Do bes super-tolerant, nimmps jeden op d´r Ärm un an de Hand“. Eine lautstarke Liebeserklärung des Publikums an den Sänger. Für die Fans ist Tommy einfach eine Art Synonym für Kölle. Begleitet von einer hörbar bestens aufgelegten Band um Pianist Jürgen Fritz (Engel: „Der lässt sich jetzt auch so ´nen Bart wachsen. Im Alter wird man sich halt immer ähnlicher. Und ich wachse noch.“), Schlagzeuger Wolf Simon und die Background-Sängerinnen Elke Schlimbach und Anke Schweitzer griff der Sänger tief in sein Repertoire aus Bläck-Fööss-, LSE- und Solo-Zeiten. Dazu plauderte er mal locker und amüsant, mal liebevoll und kritisch, mal ironisch und bissig über die Stadt, in der er zu Hause ist, über seinen Alltag und seine Familie. So erinnerte Engel an seinen Vater Richard, der zum legendären Gesangs-Quartett „Vier Botze“ gehörte und ihm das erste Schlagzeug und später das erste Auto gekauft hatte: „Wor et Levve och nit immer bellich, nä dür. Do kann doch ene Vatter vun ener jroße Famillich nix für.“ Engel besang einen Spaziergang über den Melaten-Friedhof („Dat Schöne is, wenn mer blieve kann un nit muss“) und eine fantasievolle Urlaubsreise („Mem Finger üvver de Landkaat“); er verfiel in den Tonfall der „Doof Noss“ Hans Hachenberg, sang einige Beatles-Klassiker („No Reply“) und stimmte einige alte Bekannte an. Etwa das Lied vom „Saunaboy“ – da schwitzte Engel im Bademantel doppelt, da kurz vor dem Konzert die Klima-Anlage des Bürgerzentrums ausgefallen war. Auch „Meier´s Kättche“, „Katrin“, und „Veedel“ kamen zu Ehren. Die Fans schunkelten mit und freuten sich sichtlich, die schönen Lieder nochmals im Original zu hören. Außerdem verausgabte sich Tommy Engel fast in der Rolle seiner Kultfigur „Huusmeester Kaczmarek“. Im mausgrauen Frack wirbelte er wie ein Operntenor übers Podium, reihte Hymnen an Arien („Granada, dat Auto, vum däm ich e Levve lang jedräump han“) und klagte sein alltägliches Hausmeisterlied: „Schruuv doch eine mit.“ Fortsetzung folgt. Bis zum Sommer tritt Tommy Engel mit seiner Band nun fast im Monatsrhythmus in Köln auf. „Jeden Monat in einem größeren Rahmen“, sagt Pianist Jürgen Fritz lachend. So am 12.Mai bei der offiziellen Saisoneröffnung am Tanzbrunnen und am 16. Juni im Rhein-Energie-Stadion im Rahmen des Open-Air-Festivals „Kölle-Live“. Bei der Tournee durchs Umland wechseln sich an der Gitarre Markus Wienstroer und Schrader ab. Der ist derzeit mit Matthias Reim im Osten unterwegs. Schrader: „Da ist der Schlagersänger echt eine Nummer, lockt 3000 Leute in sie Säle.“ Zwischen den Auftritten sind Engel und Fritz im Studio, um die neue CD fertig zu stellen. Rund zwei Drittel der Songs sind schon abgemischt. Bis zum Tanzbrunnen-Konzert will die Band das Album auf den Markt bringen. (NR)
Kölner Stadt-Anzeiger 10./ 11.03.2007
Vollblutsänger mit Tiefgang
Tommy Engel im Bergischen Löwen
Spielfreudig auf der Luftgitarre und ironisch-frech wie gewohnt - Tommy Engels Live-Programm bot mehr als zwei Stunden beste Unterhaltung. Von Jutta-Eileen Radix Bergisch Gladbach – Wenn auf der Bühne Operetten-Versatzstücke, Beatles-Songs, Randy Newmans „Short People“ und ein Lied über die unvergessliche Trude Herr rasant aufeinander folgen, kann man fast sicher davon ausgehen, dass in der Mitte der Bühne Tommy Engel steht: der 57-jährige Ex-Bläck-Fööss-Frontmann und Vollblut-Sänger, der singt, wie ihm der kölsche Schnabel gewachsen ist und en passant einige tiefere Einsichten weitergibt. Mit einer handverlesenen Band präsentierte Engel sein Programm „Live“ im Bergischen Löwen, der ausverkauft war und auf dessen Stuhlreihen sich ein erwartungsfrohes, nicht mehr ganz junges Publikum drängte. Engels Fans sind halt mit ihm in die Jahre gekommen, doch der Sänger beließ es nicht dabei, Klassiker wie „Kathrin“ oder „Saunaboy“ (aus der Zeit mit LSE) abzuspulen, sondern bot auch Neues, und das gut. Der kölsche Sänger stellte auch seine Qualitäten als Entertainer unter Beweis: Fast jeden Song leitete er mit einer kleinen Geschichte ein, schilderte seine Kindheit, erinnerte an die Blütezeit der Bläck Fööss und ehrte in diesem Zusammenhang Hans Hachenberg („Doof Noss“), der mit seiner Gattin im Publikum saß. Engel holte den von ihm verehrten Büttenredner auf die Bühne und überreichte ihm einen Schnappschuss, der Engel und Hachenberg zusammen zeigt. Im Zusammenspiel mit der professionell, aber auch sehr engagiert aufspielenden Band zog Engel alle musikalischen Register: mal leise und melancholisch wie in „Solo“, mal mit einem geradlinigen Blues („Seiver-Blues“) – nicht das einzige Stück, das Engel auf der Luftgitarre untermalte -, mal theatralisch wie in seinem Operetten-Medley, bei dem er unter anderem „Granada“ schmetterte – nur dass in diesem Fall das Auto dieses Typs gemeint war und nicht die spanische Stadt. „Du bes Kölle“ war natürlich mit im Programm, und bei aller ironischen Distanz, die im Text deutlich wird, verführte Engels jüngster Hit doch viele im Publikum zum Mitsingen. Auch Engels „Mit dem Finger üwer die Landkarte“, in dem er beschreibt, wie er die Gefahren des Reisens umgeht, in dem er Phantasiereisen vom Sessel aus unternimmt, wurde begeistert aufgenommen. Da fehlten dann nur noch ein paar Klassiker wie „In der Kaffeebud“, „In unserem Veedel“ oder ein kleines Stück vom „Hussmeester Kaczmarek“, und der Saal klatschte begeistert mit. „Niemals geht man so ganz“, mit diesem oft gehörten, aber immer noch Gänsehaut garantierenden Stück verabschiedete sich Engel aus dem Bergischen Löwen – bestimmt nicht für immer. Mal leise, mal rockig – Tommy Engel und seine Band zogen alle Register und das Publikum in ihren Bann.
Bild: Arlinghaus
Bergische Landeszeitung 09.03.2007
Ein echter Engel
Bergisch Gladbach. Feinfühlig, fröhlich, fetzig: Tommy Engel zog gestern Abend im Bergischen Löwen wieder alle Register seines Könnens als Musiker und Entertainer. Die Fans im ausverkauften Bürgerhaus feierten „ihren“ Tommy. „Sensationell“, fand (nicht nur) eine Zuhörerin. Die Show der absoluten Kult-Figur us Kölle (Titel: „Tommy Engel LIVE“) ist mal vergnüglich, mal nachdenklich, musikalisch-diszipliniert, voller Power, sensibel, mal fröhlich-ausgelassen. Engel zielt mitten ins kölsche Herz, nimmt den Kölner aber auch auf die Schüppe, weil er schon mal zu überschwänglich- überheblich ist: „Du bes Kölle.“ Tommy macht mit einem Augenzwinkern auch vor sich selbst nicht Halt: „Ich bin kein Engel, ich heiße nur so!“ Das Tommy Jläbbisch geradezu in sein Herz geschlossen hat, liegt auch am Gladbacher Original Burghardt Unrau, der inzwischen ins Engel-Team aufgenommen worden ist. Und: Der Gladbacher Jürgen Fritz ist musikalischer Direktor bei Thomas Richard Engel, während Ex-Kommunalpolitiker Konrad Kraemer am Mischpult sitzt. Tommy und seine Band präsentierten sich in absoluter Top-Form.
(W.K. Schulz / Foto: Luhr)
Kölner Stadtanzeiger 25./26.11.06
Kölle , Kaczmarek und Klingeling
Premiere der Weihnachtsshow von Tommy Engel in der ausverkauften Flora
Ein kölsches Konzert zwischen Weihnachten , Karneval und Drei-Gang-Menue. „Et klingelte he, et klingelt do, .“ et klingelt üvverall .“ Tommy Engel singt uns ein Stimmungsbild vom Alltag vor dem Fest – vom Kaufrausch in der City bis zum Gerichtsvollzieher vor der Wohnungstür. bei der zweiten Auflage der“ Weihnachtsengel“- Show, die am Donnerstag in der Flora Premiere hatte , greift der kölscheste aller Sänger tief in sein Repertoire aus Bläck-Fööss -, LSE- und Solo-Zeiten. Er nimmt sein Publikum mit in die Welt von Oper , Operette, Musical und Folklore .Die Reise , auf die er das traditionelle „Klein Glöckchen Klingelingeling“ schickt und es mal zur Melodie von „Kalinka“, „Bamboleo“ oder auch „ Kung Fu Fighting“ präsentiert, endet natürlich in Köln. Versuchen Sie mal das Weihnachtslied auf die Melodie von „ich möch zo Foss noh Kölle jon „ zu singen.Tommy und seine ausgezeichnet eingespielte Band um Pianist Jürgen Fritz und Rockgitarrist Alexander“ Schrader “ Dom schaffen das . Überhaupt dreht sich vieles um die Stadt, in der Tommy zu Hause ist . Und da hat er seinen eigenen Standpunkt ,den er mal liebevoll und kritisch ,mal ironisch und bissig in Texte oder Lieder verpackt – vom 30 Jahre alten „ Ahle Laden vun d`r Mamm“ bis zum aktuellen Hit „Do bes Kölle“ .Der Titel wird vom Publikum stürmisch bejubelt und im zweiten Zugabenblock ein zweites Mal angestimmt. Doch davor verausgabt sich Tommy fast in der Rolle seiner Kultfigur „Huusmeester Kaczmarek“.Im mausgrauen Frack reiht er Hymnen an Arien und klagt sein alltägliches Hausmeisterleid „Schruuv doch eine mit“.
Norbert Ramme
“ Du bes Kölle“ heißt nicht nur der Hit der
vergangenen Karnevals-Session, sondern auch Tommy Engels lang ersehnte CD, die seit Freitag im Handel ist:12 Songs, die unter die Haut gehen, weil sie ohne „Kölntümelei“ auskommen. Während im Karneval leider zu oft auf „kölsche Tön“ nur „schön“ gereimt wird, macht Tommy Engel seiner Heimatstadt mit Charme, Witz und besinnlichen Tönen eine Liebeserklärung. Auch musikalisch wird viel geboten: Latino-Rhytmen bei „Nur ne Draum“, „ Mem Finger üvver de Landkaat“ ist Rock, und die feinfühligen Beobachtungen von Melaten haben durch das Akkordeon Chanson-Charakter: „Schön es, wemmer blieve kann.Un nit muss“;Singt Engel. Und als Zugabe BAP:“Verdamp lang her“, der Live-Mitschnitt von Kölle live“,Verdamp lang her, dass ein so gutes Köln-Album wie dieses veröffentlich worden ist.































